Geschichte


Der Schornsteinfegermeister Jocksch und ein Amtsbote aus Wadersloh traten 1953 an die Gebrüder Willi und Heinrich Wiengarn heran, mit der Bitte, auch in Wadersloh einen Spielmannszug auszubilden, da diese bereits 1951 erfolgreich in Benteler einen Spielmannszug aufgestellt und ausgebildet hatten.
Zur Gründung im September 1954 in Wadersloh meldeten sich folgende Spieler an:

Clemens Funke, Willi Schütte, Hermann Freitag, Ewald Petrikovski, Heribert Weber, Hubert Pöpsel, Josef Dohr, Heini Lütkestratkötter, Konrad Gödde, Herbert Kurig, Erwin Pöpsel, Adolf Schomacher, Antonius Lütkestratkötter, Josef Kohnert, Karl Schütte und Hermann Figgener

Da viele auch aus Liesborn stammten, nannte man sich „Spielmannszug Liesborn-Wadersloh“.

In Liesborn war das erste Vereinslokal und Probenort die Gaststätte Nupphaus. Später wurde das in die Gaststätte Winkelhorst verlegt. In Wadersloh wurde anfangs im Umkleideraum des Sportplatzes geprobt. Später wurde das Vereinslokal Gerhard Holtermann in Wadersloh. Die Übungsabende fanden zweimal in der Woche abwechselnd in Wadersloh und Liesborn statt. Die Spieler kamen begeistert und pünktlich zu den angesetzten Porben. Die Ausbilder Willi und Heinrich Wiengarn kamen mit dem Motorrad aus Benteler.

Aus den Gemeindekassen wurde der Spielmannszug finanziell unterstützt. Acht Trommeln und zehn Flöten wurden im Frühjahr 1955 angeschafft. Dieser „Kredit“ wurde in den folgenden drei Jahren durch musikalische Darbietung anlässlich der Schützenfeste „abgearbeitet“.

Am 08. Mai 1955 war der Spielmannszug so weit ausgebildet, dass er öffentlich mit seinem Spiel auftreten konnte. Dieser erste Auftritt fand anlässlich des Feuerwehrfestes in Liesborn statt. Die 1/18 Mann spielten hier auch zusammen mit der Blaskapelle Schörner. Bei diesem ersten Aufspielen war Wilfried Klocke aus Stirpe bei Lippstadt der Tambourmajor.

Die ersten Uniformröcke waren leicht grüne Drellröcke, die von der Firma Butzbach Körbecke an der Möhne bezogen wurden.

1955 wurde auch zum ersten Mal alle drei Tage zum Schützenfest in Liesborn aufgespielt.

1956 wurde Josef Kohnert aus Wadersloh Tambourmajor. 1. Vorsitzender wurde Willi Wiengarn, 2. Vorsitzender sein Bruder Heinrich, Schriftführer Hubert Pöpsel und Kassierer Heibert Weber.
Im selben Jahr wurde auch erstmals in Wadersloh beim 3tägigen Schützenfest musiziert. Genauso boten die Musiker in Liesborn und Diestedde ihr Können bei den Schützenfesten dar. Beim Kolpingfest in Liesborn, am 03. Junie 1956 wurden die Spielleute mit einer Kiste Bier für ihre Arbeit belohnt.
Ein weiterer Höhepunkt in der Entwicklung des Spielmannszuges war die Premiere des „Großen Zapfenstreiches“ anlässlich der Schützenfeste in Liesborn und Wadersloh im selben Jahr. 1957 wurden die Anwesenden nicht nur wie gehabt bei den Schützenfesten sondern auch zum Tag der Heimat und zum Volkstrauertag mit der Musik des Zuges begleitet. Nach der Spielsaison gönnten sich die Spieler ein wenig Erholung bei einem Ausflug mit dem Autobus zum Steinhuder Meer. Doch auch unerfreuliche Ereignisse mussten die Mitglieder erleben. So wurden die Spielkameraden Erwin Pöpsel und Konrad Gödde durch einen tragischen Straßenverkehrsunfall aus dem Leben gerissen.

1958 wurde auf der Generalversammlung ein neuer Vorstand gewählt. Tambourmajor wurde Willi Wiengarn, da Josef Kohnert nach St. Vieth verzog. Sein Stellvertreter wurde Heinrich Wiengarn, Kassenführer Clemens Funke und Schriftführer Herbert Kurig.
Auf den diesjährigen Festen konnte der Verein in neuen Uniformröcken glänzen. Es waren grüne Tuchröcke mit dunkelgrünem Kragen und Ärmelaufschlägen. Neu waren auch die grünen Schirmmützen mit weißem Überzug. Fleißige und besonders verdiente Spieler konnten mit Sternen auf den Schulterstücken ausgezeichnet werden. Zusätzlich zu den traditionellen Terminen begleitete der Zug die Schütenabordnungen zum Lemkerberg.

1960 musste der Verein leider wieder um einen Spielkameraden trauern. Heini Lütkestratkötter starb ebenfalls durch einen Unfall. So reduzierte sich die Mitgliederzahl auf zwölf.

1963 erhielt der Zug wieder neuen Auftrieb durch jugendliche Spieler im Alter von 10 bis 14 Jahren. Schon zu den Schützenfesten im folgenden Jahr waren diese soweit ausgebildet, dass sie mitspielen durften.

1964 wurde das 10jährige Bestehen im Vereinslokal Gerhard Holtermann in Wadersloh gefeiert und Rückblick gehalten mit einer Generalversammlung.

1965 kauften alle Spieler eigene Flöten und Trommeln und ein Jahr später wurden die Instrumente durch eine große Trommel (Pauke) und ein Paar Becken vervollständigt.

Am Montag, den 02. September 1968 fand im Saal der Gaststätte Franz Peveling (Eusterschulte) eine Generalversammlung statt. Nach der Begrüßung durch Willi Wiengarn gab Clemens Funke den Kassenbericht ab und zahlte einen Teil der Einkünfte an die Spieler aus. Heinrich Wiengarn wünschte das Erstellen einer Chronik, die es bis dato noch nicht gab. Schon damals, wie auch noch heute wurden Fleiß, Disziplin und Pünktlichkeit beanstandet. Ferner wurde ein Monatsbeitrag für die Mitglieder beschlossen. Demnach musste jeder Spieler 0,25 DM und jeder ältere Spieler 0,50 DM monatlich entrichten. Diese Beiträge sollten von der Gewinnausschüttung am Jahresende einbehalten werden. Am gleichen Abend erging erstmals die Einladung zu einem Freundschaftstreffen nach Benteler, an dem auch die Vereine aus Langenberg Mastholte und Neuenkirchen teilnehmen sollten. Dieses war die Geburtstunde einer langjährigen Tradition, die fast bis heute fortgeführt wurde.

Beim ersten Schützenfest 1969 am 15. und 16. Mai wurden folgende Spieler zum Oberleutnant befördert: Harald Weise, Wolfgang Hinkenickel, Willi Nordhoff, Willi Wachsmann, Alfred Bertelt und Joachim Stritzel. Franz-Josef Bertelt, Franz Baumhöer, Tonius Wienkenhof und Werner Tuschinski wurden Offiziersanwärter.